Schülerporträts
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Lisa Marie Wander – Absolventin von 2015

Wo bist Du beruflich vor Anker gegangen?

Nach meiner Abschlussprüfung habe ich mich erstmal deutschlandweit beworben, landete dann aber wieder in Mecklenburg Vorpommern, wo ich auch aufwuchs. Vor der Ausbildung zur Mode Designerin habe ich bereits eine Ausbildung zur Herrenmaßschneiderin absolviert, was ich vielleicht erwähnen sollte. Die ersten 1 ½ Jahre nach meinem Abschluss habe ich in einem Stoffladen gearbeitet, der auch einige wenige Eigenkreationen (meistens Damenhoodies) fertigt und verkauft. Dort habe ich u.a. bei gestalterischen Fragen und der Produktion dieser Hoodies mitgewirkt.  Dadurch habe ich aber noch mehr Lust bekommen eigene Kreationen in die Welt zu setzen. Zudem gab es in diesem Unternehmen die Möglichkeit der maschinellen Stickerei.
Ich habe Grundlagen des Programms für die Steuerung dieser Maschinen kennen gelernt und somit einen anderen interessanten Bereich in der Textilbranche erkunden können. Meine Aufgabenbereiche lagen aber im Verkauf, in der Näherei von Kundenaufträgen und als Lehrerin von Nähkursen.

Nun habe ich mich aber entschlossen mein eigenes Label zu gründen und mich wieder mehr auf die Dinge zu konzentrieren die mir Spaß machen. Nämlich auf Schnitterstellung und die kreative Arbeit mit Stoffen und anderen Materialien. Denn der Verkauf von Stoffen und Kurzwaren, sowie das Geben von Nähkursen waren nun nicht die berufliche Erfüllung für mich, wenn auch interessant so etwas einmal gemacht zu haben.

Was ist Dir von Deiner Ausbildung besonders in Erinnerung geblieben?

Was war prägend?

Ich habe die Ausbildung als eine verdammt stressige und gleichzeitig sehr schöne Zeit in Erinnerung. Einerseits gab es eine Fülle von Aufgaben zu erledigen, die von Jahr zu Jahr immer mehr wurden, andererseits ging es um das eigene Projekt und die eigene Idee, auch wenn der Rahmen vorgegeben wurde. Das hat mir sehr geholfen am Ball zu bleiben und Gedanken weiter zu entwickeln, Interessen miteinander zu verknüpfen.

Das Konzept der Selbstständigkeit wurde groß geschrieben, die Dozenten gaben uns die Grundlagen und es lag an uns daraus etwas zu zaubern, aber nur so kann man sich selbst am besten kennen lernen und an sich arbeiten. Sowieso denke ich gern an unsere „Lehrer/innen“ zurück, die mit so viel Herz bei der Sache waren und wahrscheinlich immer noch sind. Herr Nagy, der uns im ersten Jahr die Grundlagen beigebracht hat, mit seiner frischen und frechen Art schaffte er es immer wieder die angespannten Gemüter aufzulockern und den Blick über den Tellerrand zu bewahren.

Frau Kraft, die Fertigungslehrerin mit der lautesten Stimme und einer Leidenschaft für ihren Beruf… nicht von dieser Welt. Frau Lobeck, die zum Ende des Studiums mit uns allen viel durchstehen musste, Konzepte überdenken, Tränen trocknen und was nicht alles. Sie hat es geschafft, die gute Laune hoch zu halten, einem mit gutem Gefühl aus der Konsultation gehen zu lassen und wieder auf die Füße zu helfen, ein wahrer Engel. Das waren jetzt nur Wenige, aber wenn ich noch mehr Dozenten aufzähle wird dieses Interview ein Roman. An alle Dozenten die das hier lesen: ich danke Ihnen alle für die Mühe, die Zeit und Ihre Geduld.

Die Werkschauen zum Tag der offenen Tür waren mit die prägendsten Erinnerungen, da wir uns als Klasse gemeinsam, obwohl wir alle so unterschiedlich waren, einigen mussten auf: Musik, Choreografie, Auswahl der Models, Kostüme usw. Das war gar nicht einfach. Aber am Ende der Schau waren alle voller Freude und Erleichterung, wir konnten Stolz auf uns sein. Das war eine tolle Erfahrung, welche ich nicht missen möchte.

Wo siehst Du dich in 15 Jahren?

In 15 Jahren habe ich es hoffentlich auf den sprichwörtlichen „grünen Zweig“ geschafft und habe vieles an Kenntnissen über die Verarbeitung und Veränderung bzw. Veredelung von Stoffen und allem was dazu gehört gewonnen, einen eigenen Stil erarbeitet und auch meiner Firma zu mehr Bekanntheit verholfen. Ich kann mir auch vorstellen, dass ich ein paar engagierte Menschen eingestellt haben werde, die mir bei den Dingen behilflich sind die ich selbst nicht so gut kann oder mit denen ich mein Label dem Wandel der Zeit und den Bedürfnissen der Menschen entsprechen kann. Es soll ökologisch und nachhaltig arbeiten und das Handwerk des Schneiders erhalten.