Spezialisierung
Die wichtige Basis steht
Mit dem Ende des 4. Semesters endet auch die Phase der Ausbildung, in der das Grundlagen- und fachpraktische Wissen für die beiden Bereiche Game Concept und Game Art vermittelt, erlernt, trainiert und in zunehmend komplexeren Projekten angewendet wurde. Die Studierenden sind nun in der Lage, Zusammenhänge zwischen diesen beiden Bereichen in Projekten zu erkennen und ergebnisorientiert zu nutzen. Sie können auf ein absolut fundiertes Grundlagenwissen zurückgreifen und sind bereits branchenintern arbeitsfähig.
Durch Spezialisierung noch bessere Perspektiven
Dies beweisen sie erstmals auch innerhalb der Branche zu Beginn des 5. Semesters im Rahmen eines externen Praktikums. Unmittelbar im Anschluss daran beginnt die Spezialisierungsphase. Dabei stehen ihnen auch innerhalb der beiden Bereiche zusätzliche Spezialisierungsrichtungen – z.B. in Richtung bewegtes Bild (animierter Film) – offen.
Gemeinsame, noch “breit aufgestellte” Unterrichte und Seminare werden durch ein weiterhin dozentenseitig eng betreutes Praxisprojekt in der gewählten Spezialisierung – Game Concept oder Game Art – ergänzt. Die Studierenden trainieren weiterhin in komplexen Übungen die fächer- und bereichsübergreifende Arbeit, und vertiefen darüber hinaus anwendungsbezogen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in der Spezialisierungsrichtung. So werden aus ihnen in der Branche vielseitig einsetzbare Fachkräfte, die sowohl über Spezialwissen als auch ein breit angelegtes, fundiertes Grundlagen- und Fachwissen in den entwicklungsrelevanten Bereichen Game Concept und Game Art verfügen.
Game Concept – Ideen entwickeln
> Details zu Game Concept lesen
Der Ausbildungsteil “Game Concept” beschäftigt sich konkret mit den konzeptionellen Grundlagen der Spieleentwicklung – sei es für PC-, Konsolen-, Handheld- oder Online-Spiele.
Hier werden die Grundlagen der Spieltheorie und -dramaturgie, das Planen von Spielproduktionen, das Entwickeln und Schreiben von Game Design Dokumenten sowie die Entwicklung und Implementierung von Hintergrundgeschichten zum Thema gemacht. Charakter Design und das Definieren von benötigten Spielfeatures oder grafischen Elementen sowie die Recherche von Zielgruppen sind dabei unabdingbare weitere Bestandteile der Ausbildung im Bereich Game Concept. Alles rund um die Idee bishin zum niedergeschriebenen “Drehbuch” (Game Design Dokument) steht somit im Zentrum dieses spannenden Ausbildungsteils.
Unabhängig von der späteren Spezialisierung in Ausbildung oder Job, die hier vermittelten Kenntnisse und trainierten Fertigkeiten sind unabdingbar für eine langfristig erfolgreiche Tätigkeit in der Games Branche. Selbst diejenigen, die zukünftig nicht unmittelbar mit dem Finden und Entwickeln der Idee sondern eher mit der Visualisierung befasst sein wollen, müssen auf dieses Wissen zurückgreifen. Denn Concept und Visualisierung gehen in professionellen Spielentwicklungen Hand in Hand – die Entwicklung eines Spiels ist somit stets Teamwork. Jedes Mitglied in einem solchen Team muss Kenntnis darüber haben, was die anderen Abteilungen der Spielentwicklung tun. Es gilt, die Arbeits- und Entwicklungsschritte zu verstehen und Problemlösungen bereichsübergreifend anbieten zu können sowie in Kreativmeetings oder Spieltest-Phasen sich mit fachgerechtem Feedback einbringen zu können.
Game Art – Ideen visualisieren
> Details zu Game Art lesen
Der zweite große Bereich der Game Design Ausbildung – und der im Berufsleben personell meistens größte Bereich einer Spieleentwicklung – befasst sich konkret mit der Grafik in Spielen. Von den ersten Sketches und Konzeptzeichnungen bis hin zum 3D Design lernen die Studierenden alle notwendigen Arbeitsschritte und Techniken kennen. Dabei kommt ausnahmslos branchenrelevante Software zum Einsatz. Ob die Ideen später einmal im 2D- oder 3D Design umgesetzt werden sollen, die Studierenden müssen zuallererst die Software im kreativen Entwicklungsprozess professionell nutzen und anwenden lernen. Hier stehen ihnen, wie auch in allen anderen Unterrichten, Seminaren und Vorlesungen unsere erfahrenen Dozenten aus der Branche zur Seite. Sie vermitteln ihnen die erforderlichen Kenntnisse und ermöglichen stets eine unmittelbare Anwendung im Rahmen von Übungen und Projekten.
Die Fähigkeit, auch ohne technische Hilfe, also noch “ganz selbst”, Zeichnungen anfertigen zu können, ist für alle an einer Spielentwicklung Beteiligten dabei zusätzlich von großer Bedeutung. Wer professionell visualisieren möchte, braucht ein Verständnis von Proportionen und richtiger zeichnerischer Ideendarstellung. Sicherlich werden im Game Design nicht zwangsweise die gleichen zeichnerischen Fähigkeiten wie im Grafikdesign erwartet, dennoch aber muss auch der Game Designer zumindest grobe Skizzen von seinen Ideen anfertigen können – wie er sich beispielsweise einen bestimmten Charakter oder einen bestimmten Ort vorstellt. Will man sich darüber hinaus im Entwicklungsprozess konkret auch mit 3D Design beschäftigen, sind zeichnerische Fähigkeiten ebenfalls gefragt. Gilt es doch zuerst Entwurfszeichnungen anfertigen, bevor am Computer, die Objekte als Modelle im 3D Design entworfen werden.
> mehr Infos zum 3D Design
Warum dann nicht gleich 3D Design lernen?
Viele an der Game Branche interessierte junge Kreative wollen später einmal im Bereich des Game Art, der Visualisierung von Konzepten und Ideen, tätig werden. Hier ist 3D Design ein Schlagwort. 3D Design beschreibt dabei tatsächlich die visuelle Umsetzung von Figuren und Welten, 3D Design ist ein enorm wichtiger Bestandteil der Game Entwicklung, 3D Design wird zunehmend auch in Werbung, Film und Fernsehen benötigt, 3D Design eröffnet, technisch unterstützt, vollkommen neue Möglichkeiten der Visualisierung, 3 D Design ist technisch unterstützte Kreativität.
Wie bereits dargestellt, ist 3D Design aber nur ein kleiner Teil des gesamten Spielentwicklungsprozesses. Ein wichtiger, aber nur kleiner Teil eines komplexen Gebildes. Separat betrachtet ist 3D Design modern und spannend – herausgelöst aus dem Game-Entwicklungsprozess steht 3D Design aber schnell isoliert und “allein” da. Eine bloße Ausbildung im Bereich des 3D Design verbaut zahlreiche berufliche Chancen. Absolventen im 3D Design sind sicherlich oftmals gut aufgestellt, aber am Ende “einspurig” unterwegs – ihnen fehlen wesentliche breit angelegte Grundlagen- und Fachkenntnisse der Spielentwicklung, ihnen fehlt die Möglichkeit der Verbindung von Concept und Visualisierung. Ihnen fehlen, aufgrund “eingleisiger Kenntnisse”, langfristig gesehen, berufliche Entwicklungsperspektiven.
Daher empfiehlt sich eine reine Ausbildung im 3D Design nicht. An 3D Design interessierte, junge Kreative können bei uns im Rahmen ihrer Ausbildung im 5. und 6. Semester eine individuelle Spezialisierung im Bereich des 3D Design anstreben. Sie bauen aber dann in ihrer beruflichen Entwicklung stets auf die fundierten Basis- und Fachkenntnisse auch aus dem Bereich Game Concept sowie, über das 3D Design hinausgehend, aus dem Breich Game Art. Sie sind somit breiter aufgestellt, vielseitiger einsetzbar und mit deutlich besseren beruflichen Entwicklungschancen ausgestattet als der reine 3D Designer.


