1. Jahr
Sprung ins “kalte Wasser”
Drei Jahre Ausbildung mag auf den ersten Blick viel erscheinen. Bei genauerer Betrachtung ist es das aber nicht. Denn wer später einmal erfolgreich selbst gestalterisch tätig sein oder im Umfeld der Bekleidungsbranche arbeiten möchte, muss auf fachspezifisches Wissen und handwerkliches Können zurückgreifen, gesellschaftliche Entwicklungen (er-)kennen und sich mit ihnen auseinandersetzen.
Um über diese vielfältigen Kenntnisse und Fähigkeiten am Ende der Ausbildung zu verfügen, müssen unsere neuen Studierenden schon unmittelbar zu Beginn den “Sprung ins kalte Wasser” wagen. Keine langweilige Eingewöhnung, sondern sofort der theoretisch-praktische Start. Innerhalb von 4-5 Wochen vermitteln ihnen erfahrene Fachdozenten elementare Grundlagen in den Bereichen Schnitt und Fertigung. Bewusst legen wir hier gemeinsam mit den Studierenden ein festes branchenspezifisches Fundament, auf das wir die gesamte Ausbildung aufbauen. Daher muss niemand im Vorfeld Schnittkonstruktion beherrschen oder bereits nähen können.
Das erste eigene Modell
Im Anschluss an diese sehr intensiven Wochen werden Fertigung und Schnittkonstruktion zu regelmäßig stattfindenden Unterrichten. Die Grundlagen werden ausgebaut und zunehmend spezialisiert. Das handwerkliche Können wird geschult. Der Stundenplan entwickelt sich neu, und wird um fachspezifische Vorlesungen, erste gestalterische Übungen in den modernen Mac-Kabinetten und viel Praxisunterricht ergänzt. Das erste Praxisprojekt beginnt. Und mit ihm die Entwicklung und Umsetzung des ersten eigenen Modells. Eines Modells, das bereits zum Ende des ersten Semesters von jedem Studierenden präsentiert wird. Im unmittelbaren Entstehungsprozess werden gestalterische Grundlagen und Gesetzmäßigkeiten vermittelt und direkt angewendet. Keine separate Theorie, sondern das Lernen in der unmittelbaren Praxis.
Mode zeichnen – Kopf, Auge und Hand trainieren
Ebenfalls im 1. Jahr führen wir unsere Studierenden nochmals neu an den zeichnerischen Ideenprozess heran. Kopf, Auge und Hände werden hier gezielt trainiert. Das Fach “Menschliche Figur” schärft ihr Auge für die Proportionen des menschlichen Körpers und fördert ihr zeichnerischen Können. Aufbauend darauf befasst sich “Bekleidete Figur” dann vielmehr damit, die Wirkung von Kleidung am Körper innerlich zu erfassen, das eigene Auge neu auszurichten und Gesehenes (und später erdachtes) freier und wirkungsvoller zu zeichnen.
Kreation – Konstruktion – Fertigung – Präsentation – von Anfang an werden Grundlagen wie erweitertes Fachwissen äußerst praxisnah vermittelt und, individuell betreut, handwerkliche Fähigkeiten geschult. Dabei steht der praktische Anwendungsprozess im Mittelpunkt der Ausbildung.


