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Perspektiven

Foto: H. Biess; E. Drews
Foto: H. Biess; E. Drews

“Kind, lerne etwas Anständiges!” Nicht selten ist das der erste Gedanke besorgter Eltern, wenn der Sohn oder die Tochter freudestrahlend verkünden “Ich werde Modedesigner”.

Grundsätzlich ist die Sorge um eine sichere, positive Entwicklung zweifelsfrei gut und wichtig. Und verständlicherweise erscheinen “künstlerische” Berufe dabei auf den ersten Blick “brotlos” oder ohne Zukunft. Denn schnell zieht man den Vergleich zu freien Künsten – Einer Branche, die im Allgemeinen ohne festes Einkommen auf Aufträge hofft. Und speziell Modedesign hat zusätzlich mit der Annahme zu kämpfen, gerade in diesem Bereich seien doch alle Arbeitsplätze längst im Ausland. Die Realität im Modedesign aber sieht ganz anders aus.

Neue Herausforderungen bieten zusätzliche Perspektiven

Betrachtet man die Anzahl der im Modedesign tätigen Kreativen, so zeigt die Kurve keinen nachhaltigen Knick nach unten auf. Eher ist das Gegenteil der Fall – und eine gegensätzliche Tendenz ist nicht zu erwarten. Die Hintergründe dieser Entwicklungen sind vielfältig. So wurden für “westliches” Design in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten weltweit vollkommen neue Märkte erschlossen. Hier bieten sich für professionell ausgebildete und arbeitswillige Designer vollkommen neue berufliche Perspektiven – im Inland, vor allem aber auch im Ausland.

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Darüber hinaus hat zudem ein Prozess des Umdenkens in Bezug auf die effektivere Nutzung vorhandener und Erschließung neuer Ressourcen begonnen. Ohne Rücksicht auf Natur und Umwelt hergestellte Massenware, der teilweise Raubbau an natürlichen Materialien und der stetige Druck auf Produktionskosten mit der Folge unmenschlicher Arbeitsbedingungen und extremer Lieferwege werden zunehmend in Frage gestellt. Ein sehr langsamer aber vorhandener Trend hin zu mehr Individualität und Qualität kommt auf. Dieser wird vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Gesellschaft, die auch zukünftige Generationen wieder im Blick hat, weiter anhalten. Hier werden zukünftig junge, sensible Modedesigner gefragt sein, die wieder Qualität und nachhaltig umweltschonendere Entwicklungs- und Produktionsverfahren in den Vordergrund ihrer Arbeit stellen.

Nicht zuletzt wird in diesem Zusammenhang zunehmend auch das Finden, die Entwicklung und damit der Einsatz neuer Materialien eine ebenso spannende wie wichtige Aufgabe im Modedesign werden. Hier wird einerseits der angesprochene Umweltfaktor eine Rolle spielen – vor allem aber auch der zunehmende Bedarf an Bekleidung für sich weiter entwickelnde Nationen und eine stetig wachsende Weltbevölkerung. In diesem Sektor werden zukünftig Jobs für Modedesigner mit Ideenreichtum, Kreativitä, gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Blick und vor allem viel Sensibilität für den Spagat zwischen wachsendem Bedarf und geringeren natürlichen Ressourcen entstehen.

Kurz: Mehr denn je sind und werden junge, modern ausgebildete Modedesigner gefragt sein, die die Vielfältigkeit ihrer Arbeit erkennen, die ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen und die – vor dem Hintergrund von Materialwahl und Qualitätsansprüchen – über breite Kenntnisse und Fähigkeiten in Bezug auf den gesamten Bekleidungs-Entwicklungsprozess ( Entwicklung, Schnitt und Fertigung/Produktion, Präsentation) verfügen. Ein Können, dass sie bei uns im Rahmen der Seminare und Unterrichte vermittelt bekommen.

Modedesign – Moderne Jobvielfalt für kreative Köpfe

Zudem muss es ja auch nicht immer das “klassische” Modedesign sein. Vielmehr bieten sich qualifizierten, kreativen und ideenreichen Modedesignern mit guten Kenntnissen in Kreation, Schnitt, Fertigung und Präsentation noch zahlreiche weitere berufliche Perspektiven. Ob als Kostümbildner an Theatern und Opernhäusern oder bei Film und Fernsehen, in Einkaufs- oder anderen Abteilungen führender Textilhäuser, in Eventagenturen (Modeschauen, Fotoshootings), im Modejournalismus, in der Trendanalyse und in vielen anderen Branchen – gut ausgebildeten Modedesignern bietet sich eine breite Vielfalt an zukunftsfähigen beruflichen Perspektiven.

Kreativ leben und arbeiten

Zahlreiche unserer erfolgreichen Absolventen zeigen heute in ihrem kreativen Berufsalltag, dass diese Branche vieles möglich macht. Sie erleben, dass der Traum von damals, die eigene Kreativität auch im Job auszuleben, spannende Realität geworden ist – eine Realität, die ihnen auch finanziell ihr Leben absichert.

Sie sehen heute in ihren Jobs, wie wichtig der bei uns in der Ausbildung vermittelte Mix aus Grundlagen und Fachpraxis ist, warum wir sie fort zu Beginn des 1. Studienjahres mit ihrem ersten eigenen Projekt ins “kalte Wasser” geworfen und danach in den folgenden Semstern stets mit neuen Projekten beansprucht haben  haben. Sie sehen, wie wichtig die sehr individuelle Förderung und damit verbundene persönliche Betreuung war; warum sie so grundlegend Schnittkonstruktion und Nähen gelernt haben, und warum so oft gut nicht gut genug war.

Egal in welcher Funktion, und egal, ob angestellt oder freiberuflich – sie greifen heute auf das zurück, was sie in den drei Jahren und zahlreichen Seminaren bei uns gelernt haben.

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